Themenausschreibung März 2020

  • Thema 1: Alles Grün!? Wirkung von Influencer Marketing
    Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind bedeutsame Themen der aktuellen politischen Diskussion und spielen auch im Rahmen von Konsumentscheidungen eine immer bedeutendere Rolle. Die Bewerbung von grünen Produkten findet daher auf allen Kanälen statt und es kommt "grünen" Produkten daher auch große Bedeutung auf Social Media im Influencer Marketing zu. Doch nachhaltige Produkte sind nicht immer so umweltfreundlich wie sie auf den ersten Blick scheinen. Durch Claims wie "natürlich", Naturbilder, falschen Zertifikaten und vagen oder sogar falschen Aussagen werden Produkte gerne grüner dargestellt, als sie es tatsächlich sind. Diese Irreführung durch "grüne" Claims nennt man Greenwashing. Durch eine Magisterarbeit zu diesem Thema soll in einer Experimental-Studie getestet werden, ob a) nachhaltige Influencer ebenfalls nicht nachhaltige Produkte umweltfreundlicher darstellen können als sie es sind, oder b) wie Follower Inkonsistenz zwischen Werthaltung des Influencers und beworbener nicht nachhaltiger Produkte bewerten.
  • Thema 2: Grün denken, aber nicht handeln? Zur Rolle des Moral Disengagements
    Das Bewusstsein für Umweltthemen und klimaschädliches Verhalten in der Bevölkerung ist so hoch wie nie zuvor. Zahlreiche Berichte und Kampagnen greifen die Klimakrise auf und berichten über den Einfluss unseres Handelns auf den CO2-Ausstoß. Gleichzeitig werden durch Werbung Aktivitäten als wünschenswert und attraktiv dargestellt, die klimaschädlich sind. In der folgenden Studie steht im Mittelpunkt, wie z.B. Medieninhalte wie etwa Flugwerbungen, Urlaubsberichte oder Travel Blogs dazu führen, dass Personen trotz ihres Umweltwissens eben nicht umweltbewusst handeln. Als Rahmen dafür dient Banduras Theorie des "moral disengagement" (2016). Sie zeigt, wie verschiedene Personen gegen ihre eigenen Werte handeln können, ohne sich dabei schuldig zu fühlen. Ein Experiment soll klären, ob Medieninhalte solche Moral Disenagement Strategien verstärken und dadurch zu weniger umweltbewussten Handeln führen können.
  • Thema 3: Ein Blick sagt mehr als tausend Worte: Wahrnehmung personalisierter politischer Werbung auf Social Media
    Politische Werbung auf Social Media ist für PolitikerInnen ein nicht mehr wegzudeckendes Werbemittel im Wahlkampf. Seit Jahren investieren PolitikerInnen immer mehr Geld in diese Art der Werbung. Dabei ist es ein großer Vorteil, dass die Werbung nur gewissen Personen gezeigt werden kann – also personalisierte Werbung geschaltet wird. Ist den UserInnen jedoch bewusst, dass die jeweiligen politischen Werbungen auf sie zugeschnitten sind? Achten sie auf die Aufklärungshinweise, die sie über diese Tatsache informieren sollen? Diese Masterarbeit soll diesen Fragen mit Hilfe einer Eye-Tracking-Studie nachgehen, um herauszufinden, wie UserInnen diese Art der Werbung tatsächlich wahrnehmen. Dabei wird das Blickverhalten der UserInnen aufgezeichnet. Da es sehr schwer ist, sein Blickverhalten bewusst zu steuern, bietet diese Studie besondere Einblicke in dieses Forschungsfeld.
  • Thema 4: Personalisierte politische Werbung im eigenen Newsfeed: Eine Screen View Studie
    Weltweit investieren politische Parteien teilweise Summen in Millionenhöhe, um personalisierte politische Werbung auf Social Media zu schalten – also Werbung, die nur spezifischen Personengruppen gezeigt wird. Dabei zeigen bereits unterschiedliche Studien auf, dass Personen völlig unterschiedlich auf diese Werbungen reagieren und diese folglich unterschiedlich wahrnehmen. Dies kann an Einstellungen zum Datenschutz, an den Einstellungen zu den jeweiligen Parteien oder auch an sozioökonomischen Daten liegen. Doch welchen Personen mit welchen politischen Einstellungen werden nun tatsächlich diese Werbungen gezeigt? Wie gut funktionieren die Algorithmen, wer welche Werbung zu sehen bekommen soll, wirklich? Diese Masterarbeit soll mit Hilfe einer Screen View Studie diesen Fragen nachgehen. Dabei sollen die TeilnehmerInnen ihren persönlichen Newsfeed öffnen, damit Einblicke geschaffen werden, welche Werbungen welchen Personen gezeigt werden. Es soll auch darauf eingegangen werden, wie die TeilnehmerInnen auf diese Werbungen reagieren. Da hierbei reale Newsfeeds erforscht werden, können wichtige Einblicke in dieses Forschungsbereich geschaffen werden.
  • Thema 5: Personalisierte politische Werbung auf Social Media: Die Rolle des politischen und/oder thematischen Fits
    Politische Werbung ist ein immer größer werdendes Feld in den unterschiedlichsten Bereichen der Medien. Vor allem in den vergangenen Wahlkämpfen in Österreich war besonders auffällig, dass die politischen Parteien immer mehr auf Werbungen in Sozialen Medien setzen. Im Vergleich zu Plakaten oder Werbungen im Fernsehen kann diese Werbung auf spezifische Personen zugeschnitten werden. Parteien können also selbst bestimmen, welche Personengruppe ihre Werbung zu sehen bekommt. Dabei geht es den Parteien vermutlich darum, bestehende WählerInnen weiterhin für sich zu behalten, jedoch auch neue WählerInnen zu akquirieren. Wenn nun jedoch z.B. ein/e Wähler/in eine politische Werbung einer Partei sieht, die er/sie nicht unterstützt, aber auf den Sozialen Medien kommuniziert wird, dass die Werbung aufgrund der vorhandenen persönlichen Daten im Internet gezeigt wird, stellt sich die Frage, wie RezipientInnen darauf reagieren werden. Welche Rolle spielt folglich der Fit, d.h. die Übereinstimmung der geschalteten Werbung mit den Interessen und Meinungen der RezipientInnen? Welchen Einfluss hat der Fit, ob nun politisch oder thematisch, in der Bewertung von politischen, personalisierten Werbungen? Diese Masterarbeit soll sich unter Einsatz eines experimentellen Designs diesen Fragen widmen und somit Einblicke in ein immer wichtiger werdendes Forschungsfeld schaffen
  • Thema 6: Politische Information auf Social Media – ab wann gehen die Menschen auf die Straße?
    Bürger und Bürgerinnen sind ständig mit politischen Informationen auf Instagram, Facebook oder anderen Social Media konfrontiert. Ganz egal, ob sie danach suchen oder die Inhalte durch ihr Online-Verhalten oder das ihrer Freunde und Freundinnen in ihren Newsfeed gespült werden: Debatten zur Einführung von Studiengebühren, Informationen zum Asylwesen, Artikel über die Spitzen der Parteien und Veranstaltungseinladungen zu "Friday for Future"-Demos sind neben vielen anderen politischen Inhalten omnipräsent auf Social Media. Doch wie kommt es dazu, dass diese Informationen Menschen mobilisieren auf die Straße zu gehen und sich anderweitig politisch zu engagieren? Wann führt die Rezeption von politischen Informationen zur Bildung eines politischen Ziels? Und warum folgen darauf nur manchmal Bestrebungen – wie die Teilnahme an einer Demonstration – dieses umzusetzen? Ein Experiment soll helfen, die kognitiven Wirkmechanismen zu verstehen.
  • Thema 7: A Negative Campaign? Eine quantitative Inhaltsanalyse von negative und dirty campaigning auf Social Media im Vorwahlkampf der US-Präsidentschaftswahlen 2020 
    Negative und dirty campaigning spielen eine zentrale Rolle im Wahlkampf von politischen Parteien. Solche gegenseitigen Angriffe – ob fair und respektvoll, oder unfair und herablassend – sind besonders im Ursprungsland dieser Strategien, den USA, präsent. Doch wie verwenden PolitikerInnen negative und dirty campaigning auf Social Media – einer immer wichtiger werdenden Kommunikationsplattform? Welche PolitikerInnen sind eher zu negative bzw. dirty campaigning geneigt? Und welche Faktoren bedingen die Auswahl verschiedener Angriffe? Diese Fragen sollen in einer Masterarbeit mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse der Social Media-Postings von PolitikerInnen im Vorwahlkampf der US-Präsidentschaftswahlen 2020 untersucht werden. Diese Studie bietet neue Erkenntnisse in einem kaum untersuchten Forschungsfeld – nämlich der Verwendung von Attacken in der Online-Kommunikation von PolitikerInnen.
  • Thema 8: Dirty Effects? Eine Studie zur Wirkung von negative und dirty campaigning auf Social Media in der Umweltpolitik
    Attacken sind ein zentraler Bestandteil der Strategien von politischen Parteien. Dabei setzen Parteien häufig auf negative und dirty campaigning, um den politischen Gegner zu kritisieren. Dennoch ist bis heute nicht ausreichend geklärt, wie BürgerInnen auf negative und dirty campaigning reagieren. Welche Auswirkungen haben negative und dirty campaigning auf bestimmte politische Positionen, politische Einstellungen oder die politische Polarisierung? Inwiefern führen negative und dirty campaigning zu unterschiedlichen Effekten bei den BürgerInnen? Welche Emotionen rufen negative und dirty campaigning hervor? Diese Masterarbeit soll die Effekte von negative und dirty campaigning auf die BürgerInnen in einem kontrovers diskutierten Politikfeld in Österreich – der Umweltpolitik – mittels eines Experiments untersuchen. Diese Studie gibt nicht nur Einblick in die (unterschiedlichen) Wirkungen von negative und dirty campaigning, sondern beleuchtet auch deren Effekte auf BürgerInnen in einem themenspezifischen Kontext.
  • Thema 9: Aus "falsch" mach "trotzdem richtig" – wie halten MedienkonsumentInnen an Fehlinformationen fest?
    MedienkonsumentInnen sind regelmäßig mit falschen Informationen über Kriminalitätsraten, zu Gesundheitsthemen, über den Klimawandel oder Migrationsthemen konfrontiert. Die schnelle Verbreitung solcher Fehlinformationen verstärkte in den letzten Jahren Fact-Checking-Bemühungen von JournalistInnen und NGOs in ganz Europa. Was passiert aber, wenn die offensichtliche Fehlinformation einfach besser in das eigene Weltbild passt? Diese Masterarbeit soll untersuchen, wie RezipientInnen anhand sogenannter Resistenzstrategien an ihrem Weltbild und an Fehlinformationen festhalten. Eine experimentelle Studie soll Einblick in verschiedene kognitive und affektive Mechanismen geben, die Menschen "resistent" gegenüber neuer Information machen – angefangen von der Verunglimpfung der Quelle bis hin zum Generieren von Gegenargumenten.
  • Thema 10: #Body Positivity auf Instagram: Wie effektiv ist der Body Positivity Trend für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen?
    Instagram ist voll von perfekten Reisen, perfektem Leben und auch voll von perfekten Körpern. Studien haben bereits gezeigt, dass die unrealistische Darstellung von perfekten Körpern ohne ein Gramm Fett oder Cellulite auf Instagram vor allem bei jungen Frauen dazu beiträgt, dass man negative Gefühle und Einstellungen gegenüber dem eigenen Körper entwickelt. Nun gibt es jedoch einen Trend in die entgegengesetzte Richtung: InfluencerInnen stellen ihren Körper möglichst natürlich dar oder versuchen mithilfe von anderen Strategien zu zeigen, dass Instagram nicht die Realität spiegelt. Doch wie beeinflussen diese Darstellungen die RezipientInnen? Gibt es einen Unterschied zwischen RezipientInnen bezogen auf Alter, Geschlecht und Bildung? Mithilfe einer Experimentalstudie soll diesen Fragen nachgegangen werden, um herauszufinden, inwieweit realitätsnahe Körperdarstellungen auf Instagram unterschiedliche Gruppen beeinflussen können.
  • Thema 11: "Und so lebten Prinz und Prinzessin glücklich bis ans Ende ihrer Tage". Gender, Sexualität, und Partnerschaft in populären Unterhaltungsmedien
    Eine Vielzahl von Medien behandelt das Thema Liebe und die dazugehörigen Themen Geschlechterrollen, Sexualität, und Partnerschaft. In vielen Geschichten gibt es beispielsweise einen jungen, mutigen Helden, der nach seinen mühsamen Abenteuern die jungfräuliche Schöne erobert und zur Frau bekommt. Dieses Skript findet sich in den unterschiedlichsten Medien: von Shakespeare über Disney und Romcoms bis hin zu sexualisierten Medien. Neuere Produktionen, zum Beispiel von Netflix, zeigen dagegen auch SchauspielerInnen und Geschichten, die von den "traditionellen" Geschlechterrollen abweichen.
    Inwiefern prägen solche Medieninhalte unsere Wünsche an eine Partnerschaft und unsere Normen zum Thema Dating? Welchen Einfluss hat der Konsum diverser Medien auf unsere Vorstellungen von Maskulinität und Femininität? Wie wirken bestimmte Arten der Selbstdarstellung auf Dating-Plattformen? Gibt es Umstände (Humor, Erregung, etc.) oder Charaktereigenschaften (z.B. die Internalisierung einer Norm), die eine Beeinflussung erleichtern?
    Diesen und ähnlichen Fragen können Studierende in ihrer Masterarbeit auf den Grund gehen. Methodisch eignet sich eine Experimentalstudie gut, um den Einfluss von bestimmten Medieninhalten auf die Einstellung der ZuschauerInnen zu erforschen. Einstellungsänderung kann mithilfe von Fragebögen oder auch mit impliziten Messungen erfasst werden. Bei vergleichsweise neuen Medien (z.B. Dating Apps, Youtube-Videos von Pick-Up-Artists) kann auch eine quantitative Inhaltsanalyse durchgeführt werden.
  • Thema 12: Terrorangst – jederzeit und überall? Die Wirkung von Terrorberichterstattung auf Terrorangst, Wut gegenüber der Regierung und Unterstützung von restriktiveren Gesetzen für die Zuwanderung von Muslimen
    Die bisherige Forschung zeigt, dass Medienberichterstattung über Terroranschläge des Islamischen Staates Terrorangst und negative Einstellungen gegenüber Muslime fördern kann. In den letzten Jahren haben sich Terroranschläge nicht mehr nur auf Großstädte und Großereignisse konzentriert. Stattdessen hat der Islamische Staat seine Mitglieder in aller Welt dazu aufgerufen, Attacken jederzeit und überall mit einfachen Waffen wie Messern oder Fahrzeugen durchzuführen, wodurch der Terror allgegenwärtig geworden ist. Das Gefühl, dass Terroranschläge jederzeit und überall passieren können, kann die Angst, selbst Opfer eines Terroranschlages zu werden, maßgeblich erhöhen und in der Folge negative Einstellungen gegenüber Musliminnen und Muslimen schüren. Die Medienberichterstattung nimmt dabei eine wichtige Rolle in der Vermittlung der wahrgenommenen Terrorgefahr ein. Die Masterarbeit untersucht unter Einsatz eines experimentellen Designs, wie sich Terrorberichterstattung, die die Allgegenwärtigkeit der Terrorgefahr betont, auf die wahrgenommene Terrorangst, den empfundenen Ärger gegenüber der Regierung und in der Folge auf Einstellungen gegenüber muslimischen Zuwanderern auswirkt.
  • Thema 13: Smartphone Use in Kinderfilmen: Eine Inhaltsanalyse
    Fernsehen ist noch immer eines der beliebtesten Medien in Kinderfilmen. Experimentelle Studien haben in diesem Kontext bereits gezeigt, dass bestimmte Darstellungen im Fernsehen Kinder beeinflussen können. Dabei wurde oft kritisiert, dass beispielsweise zu einem Großteil ungesunde Lebensmittel in Kinderprogramme eingebettet sind und folglich diese Darstellungen das Essverhalten der Kinder negativ beeinflussen. Allgemein zeigen Experimentalstudien zum Thema Smartphone Use und Kinder, dass ein erhöhter Konsum zu schlechter Stimmung, erhöhten Stress und Einsamkeitsgefühlen führen. Da das Fernsehen in unterschiedlichen Bereichen bereits großen Einfluss auf das Verhalten der Kinder gezeigt hat, soll mithilfe einer Inhaltsanalyse festgestellt werden wie das Smartphone in beliebten Kinderfilmen integriert werden. Mit welchen Motiven wird das Smartphone verbunden? Welche Aktivitäten werden durchgeführt? Diesen Fragen soll in dieser Studie nachgegangen werden.